Wer verschmutzt,
putzt!
(Ich denke dabei allerdings weniger an Hausmüll…)
Wer verschmutzt,
putzt!
(Ich denke dabei allerdings weniger an Hausmüll…)
schon ganz viel
aber immer noch mehr
schon sehr gut
aber immer noch besser
schon ganz oben
aber immer noch höher
schon sehr weit
aber immer noch weiter
aber noch lieber:
nur ganz wenig
auch mal ganz unten
nicht immer perfekt
und vor allem
ganz eng und nah
bei mir
Aus einem Lamm
wird nie ein Wolf.
Nur ein Schaf.
Allenfalls
ein Schaf im Wolfspelz.
Doch wer weiß?
Wenn die Not unerträglich
und die Wut groß genug wird,
warum soll dann nicht
aus einem Lamm
ein Wolf,
ja ein Bär, ein Löwe
werden können?
Einen Floh
hat mir die Liebe,
die alte Schelmin,
vor langer Zeit
ins Ohr gesetzt.
Ich kann ihn noch immer husten hören.
Deshalb habe ich
noch immer
einen Frosch im Hals,
bevor ich Dir sage,
dass ich Dich liebe,
Schmetterlinge im Bauch,
wenn ich Dich die Treppe
herauf kommen höre,
Hummeln im Hintern,
sobald ich zu lange
auf Dich warten muss –
wie am ersten Tag.
Sei kein Frosch!
sagt die Liebe.
Das sind kleine Kröten,
schluck sie!
Die Liebe bleibt eben
hochgradig
insektuös und amphib –
auch wenn die Bienen
nicht mehr so flott sind
wie am ersten Tag.
Ein Kännchen Tee,
das auf dem Stövchen summt.
Ein Teddybär,
der beim Wenden zärtlich brummt.
Ein warmes Plaid,
in das ich flauschig eingemummt.
Mein Lieblingslied,
in dem der Alltagslärm verstummt.
Dein Arm um mich,
und mein müdes Herz
summt und brummt,
in Liebe eingemummt,
und alles Leid verstummt.
Alle
denken nur
an sich.
Keiner
denkt
an mich.
Außer
mir.
Warum oder?
Warum nicht und?
Warum anstatt?
Warum nicht sowohl als auch?
Warum später?
Warum nicht jetzt?
Warum bis?
Warum nicht für immer?
Warum wenn?
Warum nicht in jedem Fall?
Warum aber?
Warum nicht trotzdem?
Warum ohne?
Warum nicht mit?
Warum ein wenig?
Warum nicht alles?
Wer das
Herz am
rechten Fleck hat,
dessen Herz schlägt
links.
Und wer
recht bei
Verstand ist,
dessen Verstand tickt
links.
Rächt sich so
die Natur
an der Sprache?
Gib mir noch rasch einen Kuss,
denn ich muss
zum Bus.
Dein Kuss
schmeckt süß wie der Guss
einer Torte aus Nuss
– mit Schuss.
Dein Kuss
hilft gegen Verdruss,
hält mich in Fluss,
ist reiner Genuss.
Dieses Plus
hat nur Dein Kuss.
Jetzt aber ist Schluss
mit diesem Stuss.
Ich bin nicht nur ein
Halbschattenkind,
ich bin auch ein
Halbschattenkinderkind.
Im Schatten
des stets bevorzugten
erstgeborenen Bruders
der Vater.
Im Schatten
des früh verstorbenen,
weil kriegsversehrten Vaters
die Mutter.
Im Licht
einer ungleich geteilten Liebe
der Vater.
Im Licht
einer lieblosen Liebe
die Mutter.
Halbschattenkinder
also auch Ihr,
geliebte Eltern.
Tretet endlich in die Sonne,
tretet ins volle Licht
meiner verzeihenden Liebe.
Es gab kein
Sonnenkind,
in dessen
Schatten ich stand.
Ich wurde nicht
versteckt,
weil es mich
nicht hätte geben dürfen,
aber auch nicht
ins volle Licht gestellt,
wohl weil ich kein
Wunschkind war.
Ich war kein
Ersatzteillager
für Organe,
nur eine
Ersatzlebenhalde
für unerfüllte Träume.
Ich stand im
Schatten
eines Wunschbildes,
dem ähnlich zu werden
unmöglich war.
Ich stand im
Licht
einer Liebe des Wenn,
einer Liebe des Aber,
einer Liebe des Allerdings.
Ich bin ein
Halbschattenkind.
Stell mich in die Sonne,
Liebster,
ins pralle Licht
Deiner unbedingten Liebe!
Deine Pflanzen
lassen die Blätter hängen,
und Dein Papagei
– wenn Du einen hättest –
die Flügel.
Und ich –
tja, was könnte ich hängen lassen?
Nichts, aber
ich häng’ rum.
Weiß nicht mehr, wann ich das geschrieben hab, aber hab’s beim Aufräumen wiedergefunden…