wortverlassen stehe ich nun da: Wörter, die passen (vielleicht auch: Wörter, die nicht passen, die stören) haben sich von mir zurückgezogen (ich hoffe: sie sind nicht für immer fortgezogen) sie halten sich verborgen vor mir (noch hoffe ich auf ein lustiges Versteckspiel, bei dem ich diejenige sein darf, die suchen muss) doch fehlen sie mir täglich mehr
wortverlassen warte ich auf ihre Rückkehr noch halten sie sich fern, bleiben auf Distanz (vielleicht sind sie mir aber auch zu nah, so dass sie mir von der Zunge, aus den Augen gefallen sind) oder aber sie warten nur dort um die Ecke (ich fürchte: doch eher ganz am anderen Ende) auf eine Zeit, auf einen Raum, in die sie passen (oder eben: in die sie passen, weil sie stören), auf ihre Zeit, auf ihren Raum
wortverlassen bleibt mir nichts als mit ihnen auf sie zu warten (und nicht wortverprassen, will ich nicht wortverpassen)
Sie kommen sicher wieder, mit ein paar neuen Wörtern im Schlepptau 🙂
Dein Wort in der Dichterin Ohr! – Danke für Deine Aufmunterung!
es wird sicher bald auch wieder passen.
(manchmal muss sich erst einmal der raum leeren, bevor er wieder bezogen werden kann. 🙂 )
liebe grüße!
wortvergessen + wortversessen, das ist ein schlimmer Zustand, liebe Sabine, und du hast mein Mitgefühl. Immer schwieriger wird die Wortwahl. Alle wollen zu Worte kommen, doch wenn man den Wohnort der Worte erreicht hat, sind sie ausgezogen und woanders untergekommen. Wo Frieden wohnte, herrscht jetzt Krieg, und wo Geschwister zu Hause waren, sind Feinde eingezogen.
So viele klangvolle Worte, wie auf einem Piano in Moll gespielt… „wortverlassen“ ist dafür ein schöner Titel.
Gruß Petros
mein ‘ sitzen Momente ‘ habe ich nachts um 3 in mein Telefon getippt, ich war wach geworden, da waren Worte, und ich hatte nichts anderes zum Schreiben zur Hand. Nicht darauf warten, aber immer für die Worte bereit sein.
Liebe Grüße Wolfgang