gut zu wissen, dass man
den Tod finden kann –
hatte mich schon gefragt, wo
er sich denn schon wieder
versteckt hat, der Schlingel
und wenn es sein muss, kann
man ihn sich sogar holen!
gut zu wissen, dass man
den Tod finden kann –
hatte mich schon gefragt, wo
er sich denn schon wieder
versteckt hat, der Schlingel
und wenn es sein muss, kann
man ihn sich sogar holen!
ein Ei,
wie aus dem Ei gepellt,
gleicht keinem Ei
wie ein Ei dem anderen
ein Ei,
das klüger sein will als die Henne
(und uns damit auf die Eier geht),
wird behandelt wie ein rohes Ei
ein Ei,
das stets das Gelbe sucht vom Ei
und doch nur ungelegte Eier findet,
eiert rum – für ‘nen Appel und ‘n Ei
Ei, Ei, Ei! ruft Lyrifant,
was soll dies Lied?
Wo steckt’s denn nun,
das Ei des Kolumbus?
Mit diesen launigen Verslein wünsche ich allen meinen Blog-Begleiter*innen ein frohes Osterfest. Habt sonnige Tage, vergesst für ein paar Stunden, was uns alle bedrückt, und kommt gut (und mit Humor) durch diese schwere Zeit!
ein Shutdown für Bildung und Kultur
ein Shutdown für Freiheit und Grundrechte
ein Shutdown, der Existenzen bedroht
ein Shutdown, der Alte und Kranke stigmatisiert
ein Shutdown, der Obdachlose, Flüchtlinge und andere Abgehängte ignoriert
warum kein Shutdown für Waffen- und Aktiengeschäfte?
warum kein Shutdown für Betrug und Profitgier?
kurz: warum kein Shutdown für diesen menschenverachtenden
und umweltzerstörenden Kapitalismus?
in Zeiten der Seuche
blüht die Sucht: niemand
will schon vor der Zeit
des Siechtums dahin-
siechen – so such ich,
doch kein Stoff in Sicht:
oh, Schokolade, bitte!
wie viel mehr
als ein Wort
das Wort Du
ist, spüren wir
gerade jetzt
drinnen:
die Welt steht Kopf –
nichts ist mehr,
wie es war
draußen:
die Welt steht still –
nichts ist mehr,
wie es war
und draußen:
die Welt dreht weiter sich –
und alles ist noch,
wie es war
Der Aprilscherz
ist abgesagt.
(Humor ist einfach
zu ansteckend).
(Oder in diesem Fall
kontraindiziert).
Montiert aus den Hölderlin-Versen meines Hölderlin-Mantras.
Stiften aber Sommer
Und Herbst auch,
Die Gewaltigen, Gefahr –
Lieber! – was, was wäre das
Ohne –
Ihr Dichter! Rettende!
Bleibet!
Nur Einen, einen!
Das gönnt mir:
Wo aber Gesange
Wächst, ist Hoffnung
Zu reifem Leben.
Montiert aus den Hölderlin-Versen meines Hölderlin-Mantras.
Und Gefahr bleibet.
Wo aber wächst,
Was ihr Gewaltigen mir gönnt?
Das ist: die Hoffnung!
Lieber! Was aber wäre reifem Dichter
Das Rettende? –
Nur einen Herbst
(Ohne einen Sommer auch)
Leben zu Gesange
Stiften!
Gerdas wunderbare Legebilder haben mich zu gleichsam lyrischen “Legebildern” inspiriert. Das Wort-Material stammt aus meinem Hölderlin-Mantra.
Das Legen der Hölderlin-Wörter zu Lyrifant-Worten war viel schöner, als mit dem Automatengedichtautomaten die Hölderlinverse zu ‘wolfen’ – außerdem ist “Hölderlin wolfen” auch Hölderlin gegenüber keine nette Geste, und wirklich Sinnvolles kommt dabei auch nicht heraus. Also schrieb ich die Wörter auf kleine Klebezettelchen und begann sie neu zu arrangieren. Dieses Neu-Anordnen aller Hölderlin-Wörter zu neuen Texten hatte etwas ungeheuer Meditatives, was ich heute sehr genossen habe: So war ich ganz bei Hölderlin und ganz bei mir.
Einen Sommer wächst Hoffnung auch
Und einen Herbst.
Was aber mir bleibet,
Lieber! ist Gefahr.
Was wäre das Leben ohne die Dichter?
Ihr Gewaltigen,
Nur reifem Gesange
Gönnt zu stiften
Das Rettende –
Aber wo?